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Volvo 940 und 960 feiern Jubiläum

So kennt man ihn: Der Volvo 940 Kombi gehörte 1995 zur ersten Wahl, wenn viel Platz in der Oberklasse gefragt war. (Werksfoto)

Der Volvo 940 und der Volvo 960 präsentierten sich als perfekte Symbiose aus technischer Avantgarde und komfort-orientierter Oberklasse. Die im August 1990 vorgestellten Flaggschiffe des schwedischen Premium-Herstellers setzten auf den bewährten Hinterradantrieb und ernteten weltweiten Beifall für ihre wegweisenden Sicherheitssysteme und die ebenso effizienten wie langlebigen Motoren. Während der Volvo 940 mit Vierzylinder-Benzinern und sparsamem Diesel zum besten Freund von Familien wurde, hielt das Sechszylinder-Flaggschiff Volvo 960 sogar Einzug in die Fuhrparks skandinavischer Königshäuser.

  • Luxuriöse Limousinen und familienfreundliche Kombis der Oberklasse. 
  • Revolutionäre Sicherheitstechnik mit Seitenaufprallschutz SIPS und Seiten-Airbags.
  • Legendäre Kultmodelle mit klassischem Hinterradantrieb.

„Souveränität statt Uniform”, unter diesem Credo starteten Volvo 940 und Volvo 960 in die 1990er Jahre und zeigten sich mit dezent gerundeten Kanten und souveränem Platzangebot für die Passagiere. Vor allem aber mit nicht weniger als acht unterschiedlichen Karosseriekonzepten, sollte doch so jeder Oberklassekäufer seinen maßgeschneiderten Volvo finden. So gab es die Modelle Volvo 940 und Volvo 960 als Limousine und Kombi, den Volvo 940 überdies als sechstüriges Taxi bzw. als Hotel-Limousine.

Komfort vom Allerfeinsten und eine Zusatzausstattung, die keine Wünsche offen ließ, dafür stand der Volvo 960 Executive. Diese Chauffeur-Limousine fuhr mit einem um 15 Zentimeter verlängerten Radstand vor, bot besonders breite hintere Türen für bequemen Ein- und Ausstieg sowie noch mehr Beinfreiheit und Komfort für die Passagiere im Fond. Außerdem war der Volvo 960 als extra lange Limousine und mit Sonderaufbauten, etwa als Krankenwagen, lieferbar. Insgesamt wurden in gut achtjähriger Produktionszeit über 478.000 Volvo 940 und mehr als 154.000 Volvo 960 gebaut, dann folgten die Typen Volvo S90 und Volvo V90 als vorläufig letzte Volvo Pkw mit Hinterradantrieb.

Verwinkelt: Die betont kantige Karosserie war 1991 ein markantes Erkennungszeichen des Volvo 940. (Werksfoto)

Verwinkelt: Die betont kantige Karosserie war 1991 ein markantes Erkennungszeichen des Volvo 940. (Werksfoto)

Meilensteine in Motorenbau und Antriebstechnik
Besonderes Aufsehen in der Premiumliga erregte der Volvo 960 durch einen gänzlich neuen Sechszylinder-Benziner mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder. Bemerkenswert war die äußerst kompakte Bauweise des aus Aluminium gefertigten Reihenmotors, der beinahe die kleinen Abmessungen eines V-Sechszylinders erreichte, diesen aber in der Laufruhe deutlich übertraf. Zum Auftakt dieser neuen Volvo Motorengeneration gab es eine 150 kW/204 PS leistende 3,0-Liter-Version, im Modelljahr 1995 folgte dann ein kleineres 2,5-Liter-Sechszylinderaggregat für den Volvo 960. Für andere Volvo Modelle wurden aber auch innovative Vier- und Fünfzylindertriebwerke auf Basis dieser Motorenbaureihe entwickelt. Beim Volvo 940 bestand das Aggregateangebot aus sparsamen und sehr drehmomentstarken Vierzylinder-Benzinern, die bei Überholvorgängen ungewöhnlich viel Schubkraft schon bei geringen Drehzahlen boten. Hinzu kam ein leistungsstarker und effizienter Sechszylinder-Diesel, mit dem der Volvo 940 Fahrkultur auf höchster Ebene garantierte. Bemerkenswert war damals zudem eine Differenzialsperre, die die Schweden für Volvo 940 und Volvo 960 im Angebot hatten.  Für Fahrzeuge von fast fünf Metern Länge weltrekordverdächtig klein war dagegen der Wendekreis, der beim Volvo 960 nur 9,70 Meter maß. Sogar die Fachpresse verglich die Handlichkeit der größten Volvo mit der von Kleinwagen.

Vorbilder für die große Kombi-Klasse – und längst legendär
Schon immer werden Volvo Modelle als besonders familienfreundliche Fahrzeuge geschätzt, aber auch in der Klasse der großen Luxus- und Lifestyle-Kombis besetzt Volvo seit jeher eine Vorreiter- und Führungsrolle. Positionen, die durch die fünftürigen Versionen von Volvo 940 und Volvo 960 erfolgreich ausgebaut wurden. Dazu boten beide Kombi-Modelle fast alle Qualitäten der Limousinen, obendrein aber eine nahezu konkurrenzlos große Ladekapazität von bis zu 2.125 Litern.

Sicherer ankommen mit Volvo und dem „Volvo Saved My Life Club“
Wie keine andere Marke definiert sich Volvo über das Thema Sicherheit. Und die Volvo 940 und Volvo 960 legten die globale Messlatte bei der Fahrzeugsicherheit, vor allem durch das neue Side-Impact-Protection-System SIPS, nochmals deutlich höher. Während konventionelle Seitenaufprallschutzsysteme damals oft nur aus Türverstärkungen bestanden, wird bei SIPS der Aufprall abgefedert, indem die Impulsenergie auf andere schützende Karosseriestrukturen wie Säulen, Dach und Boden umgeleitet wird. Entscheidend dafür war die robuste Grundkonstruktion der Volvo aus neuartigen hochfesten Stahlblechen, die vier Mal so stark wie konventionelles Karosserieblech waren. Bereits serienmäßig wurden die großen Volvo Modelle mit Fahrer- und Beifahrerairbag ausgeliefert, ab 1995 ergänzten Seitenairbags und eine nochmals verstärkte B-Säule in allen Volvo 960 das in dieser Form einzigartige Volvo Sicherheitspaket.

Führend bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Eine globale Führungsrolle übernahmen die Volvo Flaggschiffe nicht nur in der Fahrzeugsicherheit, sondern auch bei Nachhaltigkeitskonzepten und Umweltfreundlichkeit. Schon die Entwicklung der Modelle 940/960 erfolgte nach dem innovativen Volvo Umwelt-Priorititätssystem, das die Gesamtauswirkungen künftiger Fahrzeuge und ihrer Bauteile auf die Umwelt berücksichtigte. Ein Meilenstein im Produktionsverfahren war die damals weltweit sauberste Autolackiererei im Werk Torslanda, die für Volvo 940 und Volvo 960 dennoch eine beispielhaft breite Palette von nicht weniger als 16 Farbtönen bereit hielt. FCKW- und chlorhaltige Lösungsmittel hatte Volvo als eines der ersten globalen Unternehmen weit über gesetzliche Vorgaben hinaus aus der Produktion ausgeschlossen. Mit Einführung der Spitzenmodelle Volvo 940/960 setzte Volvo als erster Automobilhersteller der Welt einen vollkommen lösungsmittelfreien Unterbodenschutz ein, durch den die jährliche Abgabe an Lösungsmitteln in die Atmosphäre um 550 Tonnen reduziert wurde.

Zudem bestanden nicht weniger als drei Viertel der Bauteile von Volvo 940 und Volvo 960 aus wiederverwertbarem Material. Führend war Volvo außerdem bereits seit Jahrzehnten bei der Abgasreinigung. Über 95 Prozent des Kohlenmonoxids, der Kohlenwasserstoffe und der Stickoxide wurden aus den Emissionen der Volvo 940 und Volvo 960 entfernt, die zudem mit vorgeheizter Lambdasonde, innovativem Selbstdiagnosesystem und Umweltwarnleuchte bei Fehlfunktionen der Abgasreinigung eine Pionierrolle übernahmen. Offizielle Tests bewiesen, dass die Abgasreinigung nach 80.000 Kilometern genauso effektiv arbeitete wie bei einem Neuwagen.

Nicht zu vergessen die für Nachhaltigkeit stehende extrem lange Lebenserwartung der Volvo Spitzenmodelle. Laufleistungen im hohen sechsstelligen Bereich sind eher der Regelfall als die Ausnahme. Was auch in Veröffentlichungen von Fachmedien bestätigt wird, die 300.000 Kilometer alte Volvo 940 als gerade erst eingefahren bezeichnen. Dies auch dank der zu großen Teilen aus verzinktem Stahlblech und damit rostresistent produzierten Karosserien. Entsprechend verbreitet sind die Volvo 940 und Volvo 960 noch im heutigen Straßenbild – obwohl bereits ein Vierteljahrhundert seit ihrem Produktionsstart vergangen ist.*

*Text oder Textteile aus offizieller Pressemitteilung

 

1 Kommentar zu Volvo 940 und 960 feiern Jubiläum

  1. Lepo LaRimda // 9. August 2015 um 10:44 //

    Nur, weil er jetzt Geburtstag hat, wird der 7er von Volvo auch in der ex-nunc-Betrachtung nicht besser: Das Hackebeil-‚Design‘ ist heute unverdaulicher denn je, die Verbrauchswerte der Benziner waren schon damals zu hoch und das Fahrverhalten (speziell Hinterachse) seiner Fahrzeugklasse nicht würdig. Ich bin mit dem Ding durch Europa und Nordafrika getrampelt. Mein Fazit: Lasst ihn in Frieden ruhen, nur ewig gestrige Studienräte werde ihn vielleicht vermissen – gern in Rot als Kombi.

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