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Katzen-Jubel – Jaguar hat Grund zum Optimismus

Jaguar F-Type R AWD – das derzeitige Spitzenmodell wird bald von einem F-Type SVR mit über 600 PS übertrumpft. (Werksfoto)

Jaguar ist längst kein englischer Patient mehr. Zwar war das Unternehmen vor Jahren fast pleite, doch seit 2008 geht es mit dem Geld des neuen, indischen Eigentümers Tata Motors wieder aufwärts. Das Rezept: Neues Management und viele, neue, gut gelungene Modelle. Zusammen mit Land Rover hat das Unternehmen, das sich Jaguar Land Rover nennt, in 2014 über 460.000 Fahrzeuge (knapp 82.000 davon waren Jaguar) verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine Steigerung um neun Prozent. Die beiden britischen Marken wecken anscheinend mehr Begehrlichkeiten als manche andere. Jaguar antwortet auf die Kundenwünsche mit einer wachsenden Zahl von Varianten und Modellen:

  • Jaguar XE – neue Mittelklasse-Limousine, Markteinführung Juni 2015 erfolgt.
  • Jaguar XF – Facelift, verfügbar ab Herbst 2015.
  • Jaguar XJ – Modellaufwertung, Verkauf ab Spätherbst 2015.
  • Jaguar plant F-Type Coupé SVR mit mehr als 600 PS.
  • Neben dem SUV F-Pace (Premiere IAA 2015) plant Jaguar zwei weitere sportliche SUVs.

Laut Medienberichten wird der Prototyp eines Jaguar F-Type SVR (Special Vehicles Operations) bereits auf dem Nürburgring erprobt, mit über 600 PS Motorleistung. Und Insider verraten, dass zusätzlich zum Jaguar F-Pace noch zwei weitere SUVs in der Planung sind – eines als Audi Q7 Konkurrent und ein kompaktes, das eher auf den Audi Q3 oder den X1 von BMW zielen soll.

Standpunkt: Wenn´s läuft, dann läuft´s! Jaguar entwickelt sich sehr positiv und hat auch den Mut trotz des ganzen CO2-Wahnsinns richtig auf Leistung zu setzen. Das ist richtig so, denn Jaguar will eine durch und durch sportliche Marke bleiben. Wer heute nicht auf sportliche Dynamik setzt, der hat schon verloren. Das hat bereits Lexus bewiesen, als die Japaner vor Jahren einzig auf Komfort setzen wollten – heute schärfen sie erneut das sportliche Profil der Marke, sogar mit Motorsport-Einsätzen wie beispielsweise bei der VLN auf dem Nürburgring. Auch Alfa Romeo setzt voll auf Sportlichkeit und präsentierte die neue Giulia erst mal ausschließlich als Sportversion Quadrifoglio mit 510 PS.

Mit seinen SUV-Plänen liegt Jaguar ebenfalls goldrichtig. Der F-Pace, der im September auf der IAA Weltpremiere haben wird, bereitet den Wettbewerbern jetzt schon Kopfzerbrechen. Das Segment der Premium-Mittelklasse-SUVs teilen sich bislang Audi Q5, Mercedes GLK (zukünftig GLC) und der BMW X3 auf. Ab Frühjahr 2016 wird der Jaguar F-Pace sicherlich allen dreien einige Käufer wegschnappen. Und wenn dann 2018 und 2020 ein großer und ein kleinerer Jag-SUV folgen, dann kommen diese Modelle zwar mit Verspätung in jeweils wachsende Segmente. Aber zu spät, um gute Deckungsbeiträge zu erzielen, ist es dann sicher immer noch nicht.

Autor: H.H.

Jaguar F-Type R AWS Bloodhound SCC: Jaguar unterstützt den raketengetriebenen Supersonic-Rekordjäger – mit dem F-Type Bloodhound wird der lebenswichtige Bremsfallschirm bei über 300 km/h getestet. Der Rekordjäger selbst soll über 1.228 km/h erreichen. (Werksfoto)

Jaguar F-Type R AWS Bloodhound SCC: Jaguar unterstützt den raketengetriebenen Supersonic-Rekordjäger – mit dem F-Type Bloodhound wird der lebenswichtige Bremsfallschirm bei über 300 km/h getestet. Der Rekordjäger selbst soll über 1.228 km/h erreichen. (Werksfoto)

Der Jaguar F-Type SVR übertrumpft den Porsche Turbo
Der künftige F-Type SVR muss den 550 PS starken F-Type R AWD noch einmal deutlich übertrumpfen. Dabei ist die erwartete Höchstleistung von über 600 PS nur ein Baustein. Die Jaguar-Entwickler wollen dem Spitzenmodell der Baureihe zudem einen nochmals geschärften Charakter mit auf die Piste geben. Freistehender Spoiler hinten und großer Diffusor sollen für gesteigerten Abtrieb sorgen, das Fahrwerk wird nochmals tiefer gelegt und eine größere Bremsanlage erhöht Standfestigkeit sowie Verzögerungsleistung. Spätestens wenn Jaguar – voraussichtlich im Frühjahr 2016 – den SVR-F-Type präsentiert, wird deutlich, dass die Überarbeitung nur einem Ziel dient: Der SVR soll in der Liga von Porsche 911 Turbo und Mercedes-AMG GT spielen. Vermutlich wird er sich auch dem Preisrahmen (rund 180.000 Euro) dieser beiden erheblich annähern. Ob für das neue Spitzenmodell die von manchen kritisierte langweilige und graue Armaturentafel endlich auf Premium-Niveau angehoben wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Der künftige Jaguar F-Pace (im Bild die seriennahe Studie C-X17): Das sportliche SUV startet Anfang 2016 und will Audi Q5 und BMW X3 Käufer wegschnappen – der Lieblingsgegner heißt jedoch Porsche Macan. (Werksfoto)

Der künftige Jaguar F-Pace (im Bild die seriennahe Studie C-X17): Das sportliche SUV startet Anfang 2016 und will Audi Q5 und BMW X3 Käufer wegschnappen – der Lieblingsgegner heißt jedoch Porsche Macan. (Werksfoto)

SUVs gelten schon lange nicht mehr als unsportlich
„Auto Bild“ berichtet in der aktuellen Ausgabe Nr. 28/2015 vom 10. Juli über die SUV-Pläne von Jaguar. Demnach soll bereits 2018 ein großer SUV mit dem Namen J-Pace (analog zu Limousine Jaguar XJ) erscheinen. Laut „Auto Bild“ zielt der J-Pace größenmäßig genau auf Q7, MLK sowie X5 und wird wahrscheinlich bei Magna in Steyr produziert. Für ihren J-Pace werden die Jaguar Techniker vermutlich Plattform und Komponenten des bekannten Range Rover nutzen. Ebenso wird ein kleiner SUV namens E-Pace (frühestens 2020) höchstwahrscheinlich die Technik des erfolgreichen Range Rover Evoque übernehmen. Zur Differenzierung von den Land Rover Modellen müssen die Jag-SUVs betont stark auf Dynamik setzen – Geländeeigenschaften treten deshalb in den Hintergrund. Mit dieser Positionierung folgt Jaguar dem Weg von Porsche Cayenne und Macan. Auch bei den beiden spricht niemand über Wattiefe und Böschungswinkel.

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