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IAA 4 – Was die Zukunft des Automobils bringen wird

Schnittmodell des neuen VW Tiguan als GTE: Bei Bedarf 200 km/h dank 218 PS Systemleistung und im langsamen E-Modus bis zu 50 km Reichweite rein elektrisch. Sieht so die Zukunft aus? Immer mehr Plug-in-Hybride besetzen die Steckdosen. (Werksfoto)

Aktuell ist die VW-Diesel-Affäre derzeit das alles beherrschende Thema weit über die Automobilbranche hinaus. Dennoch lohnt sich ein positiver, optimistischer Blick auf die neuen Technologien und Strömungen, die in Frankfurt erkennbar sind. Auch nach dem Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn zweifelt niemand am Überleben des Dieselmotors, Schadstoffe hin oder her. Ein Branchen-Insider formuliert es so: „Demnächst wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und solange die E-Mobilität in den Kinderschuhen hängenbleibt, gibt es in Europa kaum eine Alternative zum starken und sparsamen Diesel.“

  • Die Demokratisierung der Fahrerassistenzsysteme hat begonnen, z.B. im neuen Opel Astra.
  • Automatisiertes Fahren wird kommen – egal ob wir es wollen oder nicht.
  • Motoren-Downsizing setzt sich weiter fort – Dreizylinder und Mini-Hubräume haben Zukunft.
  • Die SUV-Welle rollt jetzt erst richtig los.

Technik-Thema 1: Neue, intelligente Fahrerassistenzsysteme gehen nun auch in der Kompaktklasse an den Start und werden schon bald preiswerte Klein- und Kleinstwagen erreichen. Anzeige von allen Tempolimits dank Frontkamera mit Verkehrszeichen-Erkennung sowie Abgleichung mit dem Navigationsgerät ist nur ein Feature. Auch ein Spurassistent mit aktiver Lenkkorrektur und die Frontkollisionswarnung sowie Toter-Winkel-Überwachung im Außenspiegel sind auf dem Vormarsch. Die genannten Features sind übrigens alle für den neuen Opel Astra verfügbar. Damit werden intelligente Fahrerassistenzsysteme unübersehbar von den großen Klassen und den Premium-Automobilen in kurzer Zeit zum gewöhnlichen Angebotsumfang der Volumenhersteller. Sprich, sie werden bald in allen Klassen ganz selbstverständlich angeboten werden.

Leichtbau, Leichtbau: Die Karosserie des neuen BMW 7er mit Carbon-Verstärkungen. Mit jedem eingesparten Kilo können auch weitere Bauteile wieder leichter dimensioniert werden – die Leichtbau-Spirale dreht sich zum Glück nach unten. (Werksfoto)

Leichtbau, Leichtbau: Die Karosserie des neuen BMW 7er mit Carbon-Verstärkungen. Mit jedem eingesparten Kilo können auch weitere Bauteile wieder leichter dimensioniert werden – die Leichtbau-Spirale dreht sich zum Glück nach unten. (Werksfoto)

Technik-Thema 2: Komplett vernetztes und automatisiertes sowie autonomes Fahren. Die Mobilität wird Teil der Digitalisierung. Themen wie Einbindung der Smartphone-Oberfläche auf den Bildschirm im Fahrzeug, Internetfähigkeit, neueste Apps und intuitive Bedienung werden immer wichtiger. Einige wenige Hersteller sind schon besonders weit voraus. Noch sind es die traditionellen Premium-Hersteller mit ihren teuren Modellen. Doch die Digitaltechnik wird sich schneller nach unten transformieren lassen als einst Klimaanlage und teure Ledersitze. Besonders auffällig ist zurzeit BMW mit dem neuen 7er und ferngesteuertem Parken, das einen deutlichen Schritt zum automatisierten Fahren darstellt. Demnächst will auch Audi mit dem ferngesteuerten Parken nachziehen, voraussichtlich allerdings erst 2017 in der nächsten Generation des A8.

Technik-Thema 3: Nicht neu, aber wirksam – das Motoren-Downsizing setzt sich in weitere Klassen fort: Sogar Porsche – der schwäbische SUV-Hersteller mit Sportwagenabteilung – zieht die Hubraum-Bremse und rüstet den 911 mit einem Dreiliter-Einheits-Boxermotor samt Turboaufladung aus. Der Effekt: Mehr Drehmoment, besonders bei niedrigen Drehzahlen und weiter reduzierter Verbrauch. In anderen Klassen sind es eher aufgeladene Dreizylinder- und Vierzylinder-Motoren, die für Verbrauchseinsparungen sorgen. Audi fährt bereits mit drei Zylindern im A1 und ebenfalls VW im Golf. In Frankfurt präsentiert Opel den neuen Astra erstmals mit einem Dreizylinder-Motor. Es ist nur noch eine Frage der Zeit wann weitere Hersteller Fiat folgen und es bei Kleinwagen auch mit Zweizylinder-Motoren versuchen.

Elektroauto Artega Scalo: 300 kW Leistung und 780 Nm sollen für eine Spitze von 250 km/h reichen, 0-100 km/h in 3,6 Sekunden. Artega verspricht bis zu 400 Kilometer Reichweite. Alles klingt ein bisschen nach dem Tesla Roadster von 2006. (Werksfoto)

Elektroauto Artega Scalo: 300 kW Leistung und 780 Nm sollen für eine Spitze von 250 km/h reichen, 0-100 km/h in 3,6 Sekunden. Artega verspricht bis zu 400 Kilometer Reichweite. Alles klingt ein bisschen nach dem Tesla Roadster von 2006. (Werksfoto)

Technik-Thema 4: Weitere Maßnahmen zur CO2-Reduzierung: Um die immer schärfer werdenden CO2-Grenzwerte einzuhalten wird die Elektrifizierung der Antriebe schon bald stark zunehmen. Dazu zählt zum einen das rasch wachsende Angebot an Plug-in-Hybriden wie etwa BMW 225xe, BMW 740e und Mercedes GLC 350 e. Zum anderen werden vermehrt auch reine Elektrofahrzeuge entwickelt und auf die Straßen kommen. Einen Vorgeschmack geben die Studien Audi e-tron quattro, Porsche Mission E oder Peugeot Fractal. Weitere Maßnahmen aller Hersteller sind immer mehr Feinschliff bei der Aerodynamik und starke Aktivitäten beim Leichtbau, um durch die Verringerung des Fahrzeuggewichts die CO2-Emissionen zu senken. Auch teure Werkstoffe wie Aluminium oder gar carbonverstärkte Kunststoffe kommen in steigendem Maße zum Einsatz.

Auferstehung – der Borgward BX-7: Der Neustart der fast vergessenen Marke beginnt mit einem Mittelklasse-SUV. Zuerst geht’s auf den chinesischen Markt und frühestens 2017 nach Europa. (Werksfoto)

Auferstehung – der Borgward BX-7: Der Neustart der fast vergessenen Marke beginnt mit einem Mittelklasse-SUV. Zuerst geht’s auf den chinesischen Markt und frühestens 2017 nach Europa. (Werksfoto)

Technik-Thema 5: Der Boom von SUVs findet kein Ende. Die Kunden lieben offensichtlich Sports Utility Vehicles (SUV), die Nachfrage ist ungebrochen. Deshalb geht das Angebot mittlerweile quer durch alle Klassen. In Frankfurt debütieren im Kompakt-Segment der neue BMW X1 und die zweite Generation des VW Tiguan, darüber der Mercedes GLC und das erste SUV von Jaguar, der F-PACE. Borgward reanimiert den Markennamen und zeigt seine erste Fahrzeugstudie – ein SUV namens BX-7, zuerst nur für den China-Markt. Und auch im absoluten Luxussegment werden demnächst SUVs starten: So präsentiert Bentley in Frankfurt den Bentayga. Und ebenfalls Rolls-Royce arbeitet schon an einem großen SUV, das vermutlich viele Technik-Komponenten vom BMW X5 übernehmen wird.

Autor: H.H.

 

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