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IAA 1 – Audi, Alfa und Co.

Audi auf der IAA 2015: In der verspiegelten Agora-Halle steht der neue A4 im Mittelpunkt. Das Mittelklasse-Modell soll auch zukünftig die Cash-Cow der Ingolstädter bleiben. Ob da das zurückhaltende Design hilfreich ist? (Werksfoto)

Audi hat auf der IAA die enge Agora-Halle mit Spiegeln optisch vergrößert und präsentiert den ebenfalls vergrößerten, neuen A4. Limousine und Kombi sind optisch kaum vom Vorgänger zu unterscheiden, bieten aber viel neue Technik. Alfa setzt in Frankfurt alles auf den letzten Trumpf, die hoffnungsvolle, neue Giulia. Infiniti will mit dem Q30 in die Kompaktklasse.

  • Audi zeigt neuen A4 und den Tesla-Fighter für 2018.
  • Alfa Romeo beginnt den Neustart mit der Giulia.
  • Infiniti bringt einen A-Klasse Klon – in Deutschland bislang mit nur sechs Händlern.
Audi e-tron quattro – der Tesla-Fighter für die Zukunft: Ulrich Hackenberg, Entwicklungschef von Audi – intern Hacki genannt – zeigt die Zukunftsstudie des ersten reinrassigen Audi-BEV interessierten Messegästen. (Werksfoto)

Audi e-tron quattro – der Tesla-Fighter für die Zukunft: Ulrich Hackenberg, Entwicklungschef von Audi – intern Hacki genannt – zeigt die Zukunftsstudie des ersten reinrassigen Audi-BEV interessierten Messegästen. (Werksfoto)

Bei Audi steht in Frankfurt der neue Audi A4 als Limousine und Avant im Mittelpunkt. Die meistverkaufte Baureihe der Ingolstädter ist besonders wichtig für den Geschäftserfolg. Mit niedrigerem Gewicht, reduzierten Normverbräuchen, endlich aktuellen Assistenzsystemen und größerem Innenraum soll der optisch eher altbackene A4 an den Segmentführer, die BMW 3er Reihe, herankommen. Die nächste Audi-Premiere ist die Studie Audi e-tron quattro concept. Sie gibt einen Ausblick auf das erste Elektrofahrzeug der Marke (die Medien nennen ihn Tesla-Fighter), die coupéhafte Form lässt zudem das erste SUV-Coupé von Audi auf der Basis des Q5 erkennen.

Der neue Audi A4 erntet nicht nur Lob
Nach über sieben Jahren Bauzeit stellt Audi den neuen A4 vor. Manche Medien kritisieren, dass sich das neue Modell vom bisherigen äußerlich wenig unterscheidet, Audi verspricht allerdings eine Vielzahl technischer Neuerungen. Mit einer gesteigerten Fahrdynamik und Lenkpräzision soll das neue Modell den Wettbewerbern mit Hinterradantrieb näherkommen.

Limousine und Avant wachsen in der Länge um 25 mm, in der Breite um 16 mm, der Radstand legt um 12 mm zu. Trotz der größeren Abmessungen sinkt das Gewicht im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 80 Kilogramm. Zum Start sind drei Benzin- und vier Dieselmotoren verfügbar, sie leisten zwischen 110 kW/150 PS und 200 kW/272 PS und sollen deutlich weniger Treibstoff benötigen. Alle Motoren treiben die Vorderräder an, quattro ist für die Dreiliter-Sechszylinder-Diesel sowie die Zweiliter-Benziner mit 185 kW/252 PS verfügbar. Später folgen S4/S4 Avant mit einem 3.0-Liter-TFSI-Motor, der 260 kW/354 PS leisten soll. Der neue Audi A4 bietet ein umfangreiches Programm an Assistenzsystemen. Unter anderem ist der Querverkehrsassistent im Angebot. Auch das vollelektronische Kombiinstrument „Audi virtual cockpit“ – Debut im Audi TT und auch im Audi Q7 verfügbar – mit einem 12,3-Zoll-LCD-Bildschirm sowie ein Head-up-Display sind im A4 jetzt zu haben. Apple CarPlay und Android Auto spiegeln Smartphone-Inhalte ins Fahrzeug.

Audi e-tron quattro – Heckansicht: Das durchgehende Leuchtenband ist neu bei Audi. (Werksfoto)

Audi e-tron quattro – Heckansicht: Das durchgehende Leuchtenband ist neu bei Audi. (Werksfoto)

Der Audi e-tron quattro concept gibt einen Ausblick auf das erste SUV-Coupé der Marke und zudem auf das erste reine Elektrofahrzeug (BEV). Als Elektrofahrzeug zielt die Audi-Studie besonders auf das Tesla Model X, das zwar nicht auf der IAA gezeigt wurde, aber bald in den Verkauf gehen soll. Antrieb der Audi-Studie sind drei E-Maschinen – eine an der Vorderachse, zwei an der Hinterachse – die 320 kW und per Boost bis zu 370 kW leisten. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Audi 210 km/h an, eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 95 kWh und soll Reichweiten von mehr als 500 Kilometer ermöglichen. Als frühester Marktstart wird Anfang 2018 genannt.

Alfa Giulia – der Hoffnungsträger: Im Bild die Topversion mit 510 PS starkem V6-Turbo für rund 73.000 Euro. Die Brot- und Butter-Versionen werden mit Vierzylinder-Diesel und -Benziner kommen. (Werksfoto)

Alfa Giulia – der Hoffnungsträger: Im Bild die Topversion mit 510 PS starkem V6-Turbo für rund 73.000 Euro. Die Brot- und Butter-Versionen werden mit Vierzylinder-Diesel und -Benziner kommen. (Werksfoto)

Letzte Chance für Alfa – die unsterbliche Giulia
Gut vier Jahre nach dem Ende des 159 präsentiert Alfa Romeo mit der Giulia wieder ein neues Modell in der Mittelklasse. Die Giulia soll zum Wettbewerber für BMW 3er Reihe, Mercedes C-Klasse und Audi A4 werden. Konzernchef Marchionne kalkuliert bis 2018 rund 400.000 verkaufte Fahrzeuge – also rund sechsmal so viel wie bisher. Die Giulia war viele Jahre (1962–78) das Synonym für Sportlichkeit und Emotionalität. Es verwundert deshalb nicht, dass die Topversion Quadrifoglio mit 375 kW/510 PS im Zentrum der IAA-Präsentation steht. Mit V6-Turbomotor (von Ferrari für Alfa Romeo entwickelt), Hinterradantrieb, einer Gewichtsverteilung von 50:50, elektronisch gesteuertem Sperrdifferenzial und CFK-Bauteilen setzt die Giulia Quadrifoglio auf ein extremes Konzept. Das Gewicht wird mit 1.524 Kilogramm angegeben. Neben der Topversion sollen natürlich weitere Motorvarianten mit Vierzylinder-Diesel und -Benzinern kommen und für Stückzahlen sorgen.

Infiniti Q30 – beinah eine A-Klasse ohne Stern: Das Design gefällt beinah besser als die Form der technischen Basis. (Werksfoto)

Infiniti Q30 – beinah eine A-Klasse ohne Stern: Das Design gefällt beinah besser als die Form der technischen Basis. (Werksfoto)

Infiniti geht in die Kompaktklasse – warum?
Seit etwa drei Jahren bilden Infiniti, die Nobelmarke des Renault-Nissan-Konzerns, und Mercedes-Benz eine sogenannte technisch-strategische Allianz. Der neue Infiniti Q30 ist eine Kompaktlimousine, basierend auf der Technik der Mercedes-Benz A-Klasse. Sie soll mit eigenständigem Design der japanischen Marke ab Ende des Jahres zu etwas mehr Bekanntheit verhelfen. Zumindest in Europa, was aber angesichts des dünnen Händlernetzes (derzeit weniger als zehn Händler in Deutschland) nicht leichtfallen dürfte. Der Infiniti Q30 wird im Nissan-Werk im britischen Sunderland produziert. Die Vierzylinder-Motoren stammen von Renault (1,6-Liter und 2,0-Liter Benziner) oder Mercedes (1,5-Liter und 2,2 Liter-Diesel), das Leistungsspektrum reicht von 80 kW/109 PS bis 155 kW/211 PS. Ob es Infiniti allerdings gelingen wird, mit einem Mercedes-A-Klasse Ableger das eigene Markenprofil in der Kompaktklasse zu schärfen, ist mehr als fraglich.

Autor: H.H.

 

 

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