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Dienstwagen statt Gehaltserhöhung

Autokosten: Gehaltsverzicht kann sich lohnen

Sparmodell Gehaltsumwandlung: Statt Gehaltserhöhung lieber ein Dienstwagen. (Foto: Hans-Peter Reichartz / pixelio.de)

Zwei Dinge sind es, die Mitarbeiter als Zusatzleistung zum Gehalt besonders schätzen: Betriebliche Altersversorgung und einen Firmenwagen.

Den Motivationsfaktor Firmenwagen können sich Unternehmen zu Nutze machen. Das spart allen Beteiligten Geld, wenn man das Modell Gehaltsverzicht wählt. Meist wird dafür eine anstehende Gehaltserhöhung eingesetzt. Man kann zwar auch das vereinbarte Bruttogehalt wieder reduzieren, das geht aber nicht unbegrenzt. Denn auf Tarifbestandteile darf nicht verzichtet werden, außerdem gilt der Lohnverzicht nur für künftige Monate, nicht etwa rückwirkend fürs abgelaufene Jahr.

Ein Auto-gegen-Gehalt-Geschäft könnte in der Praxis so aussehen: Ein Mitarbeiter wird befördert, sein Gehalt würde einen Sprung machen  von 50.000 Euro im Jahr auf 56.000 Euro. Allerdings würden sich auch Steuern und Sozialabgaben beträchtlich erhöhen. Mit seinem Arbeitgeber vereinbart der Mitarbeiter deshalb, dass er statt der Gehaltserhöhung einen Firmenwagen erhält, der auch privat genutzt werden darf.

Die Firma besorgt das Auto über einen Fullservice-Leasingvertrag. Im Rechenbeispiel einen gut ausgestatteten Skoda Octavia Combi 2.0 TDI 4×4, der inklusive aller Extras einen Listenpreis von 34.970 Euro  hat. Das ergibt eine monatliche Leasingrate für den Arbeitgeber in Höhe von knapp 540 Euro. Zusätzlich übernimmt die Firma die Tankrechnungen, die bei angesetzten 20.000 Kilometern für den Octavia TDI bei rund 1200 Euro liegen.

Das Unternehmen ist großzügig, weil das Fahrzeug jedes Jahr auch rund 4000 Kilometer auf Geschäftsreisen bewegt wird. Würde der Mitarbeiter dafür, wie bisher, sein Privatauto nutzen, kostete dies das Unternehmen 1200 Euro Kilometergeld.

Für den Mitarbeiter stellt sich das Modell, trotz des Verzichts auf brutto 6000 Euro mehr im Jahr, ebenfalls positiv dar: Von der Gehaltserhöhung bliebe ihm nämlich netto nur die Hälfte übrig. Davon könnte er sich bei weitem keinen vergleichbaren Privatwagen leisten.

Ungeschoren kommt er natürlich nicht davon, bei ihm schlägt die Dienstwagensteuer auf den geldwerten Vorteil durch. Der summiert sich für den gut ausgestatteten Octavia mit täglich 15 Kilometer Arbeitsweg auf knapp 6085 Euro.

Dafür muss er keinen müden Cent mehr für ein eigenes Auto ausgeben. Das verdirbt dem Mitarbeiter mit der Gehaltserhöhung die Bilanz. Leistet er sich den gleichen Octavia mit den gleichen Leasingkonditionen, hat er samt selbstbezahltem Diesel am Jahresende rund 900 Euro weniger verfügbares Einkommen.

Allerdings muss der Arbeitgeber darauf achten, seine Mitarbeiter gleich zu behandeln. Die Entscheidung, das Gehaltsverzichts-Modell beim einen Mitarbeiter anzubieten, beim anderen nicht, muss auf nachvollziehbaren Gründen basieren, etwa langjähriger Firmentreue. Außerdem ist der Dienstwagen ein Gehaltsbestandteil, der Chef kann ihn also nicht einfach wieder wegnehmen.

In den meisten Fällen lohnt sich das Modell. Faustregel ist: Ein Gehaltsverzicht in Höhe der Leasingrate rechnet sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Autor: Klaus Justen

 

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