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Auto der Woche: BMW i3s – Elektro-GTI oder was?

Der neue BMW i3s: Zweifarbig Schwarz-Rot, mit ausgestellten Radhäusern und bulliger Schürze vorn, so wird aus dem Müsli-Mobil für besserverdienende Ökos wieder ein BMW. (Werksfoto)

Genau vier Jahre nach seinem Start in 2013 erhält der BMW i3 eine Modellaufwertung (Facelift). Ab November 2017 ist der neue i3 mit modifizierten Stoßfängern und serienmäßigem LED-Licht im Handel. Zusätzlich startet eine i3s genannte, sportlichere Version mit 184 PS (14 PS Mehrleistung). Bei der Reichweite ändert sich nichts, die wird weiterhin mit 200 bis 290 Kilometer angegeben (je nach Prüfzyklus). Da können dann im Alltagsbetrieb auch schon mal lediglich 130 bis 160 Kilometer übrigbleiben.

  • Neuer BMW i3s setzt auf Fahrspaß und Sportlichkeit: Zehn Millimeter Tieferlegung, ausgestellte Radhäuser, um 40 Millimeter breitere Spur mit 155er und 195er Rädern sowie 20 Zoll großen Felgen.
  • BMW i3s dank 184 PS und Sport-Modus in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h.
  • BMW i3s zum Grundpreis von 41.150 Euro – wer den Zweizylinder-Range-Extender ordert, zahlt 4.600 Euro Aufpreis.

Der Erfolg des BMW i3 ist bisher begrenzt. Nur rund 75.000 BMW i3 stromern weltweit. Der Nissan Leaf wurde dagegen von 2011 bis heute rund 270.000 mal gebaut. Mit dem i3s bietet BMW nun mehr Dynamik statt mehr Effizienz und Reichweite. Der Aspekt Nachhaltigkeit rückt etwas in den Hintergrund, der Fahrspaß soll größer geschrieben werden. Das passt zu BMW und möglichweise auch zu BMW i. Die im Vergleich zu anderen Elektroautos hohen Preise werden weiterhin mit dem erklärten Premium-Anspruch argumentiert.

Standpunkt: Während andere Anbieter ihre Elektromobile mit immer leistungsstärkeren Batterien und damit mit gesteigerter Reichweite ausrüsten, gehen die Münchner einen anderen Weg. Einerseits bieten sie optional einen teuren Range-Extender an, andererseits setzen sie mit dem i3s auf Dynamik.

Aus „Auto Zeitung“ 20/2017, Doppelseite 112/113: Die redaktionelle Vorstellung des sportlichen BMW i3s und die Anzeige mit dem Renault Zoe, der nun bis zu 400 Kilometer schaffen soll.

Laut BMW Marktforschung beträgt die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke eines i3 nur 53 Kilometer, also sollten auch 200 Kilometer Reichweite genügen. Diese Erklärung zur Reichweite klingt plausibel. Allerdings geht die Rechnung an den Sorgen und Ängsten vieler E-Auto-Interessenten vorbei. Die fürchten nämlich, irgendwo bei Dunkelheit im Funkloch mit leerer Batterie liegen zu bleiben. Es wird spannend sein zu betrachten, ob die E-Auto-Bestseller Nissan Leaf und Renault Zoe mit aktuell deutlich gesteigerter Reichweite auch im Verkauf anziehen werden. Und das dann trotz der mageren Lade-Infrastruktur in Deutschland. Übrigens: Wenn´s unbedingt ein i3 sein soll – Gebrauchte aus dem ersten Produktionsjahr gibt es schon für rund 20.000 Euro.

Autor: H.H.

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